Warum ich – wieder – singe!
von Stephanie Diegel


Mein Name ist Stephanie Diegel und ich singe seit Januar 2023 beim Dortmunder Chor „TonSpuren“ im Alt. Seit meiner Feuertaufe beim „Mondkonzert“ Anfang Juni in der Melanchthonkirche darf ich mich als „festes Mitglied“ bezeichnen, worauf ich sehr stolz bin.

Aufgewachsen mit musikalischen Eltern, die beide in verschiedenen Chören und in Partnerschaft mit internationalen Chören sangen, kam auch ich als Kind früh in Berührung mit der Welt der Musik. Ich sang im Jugendchor meiner Heimatstadt Göppingen, spielte Geige (zugegebenermaßen nicht besonders gut) und die unvermeidliche Blockflöte.

Mit Eintritt ins Berufsleben eliminierten sich die Berührungspunkte zur aktiv praktizierten Musik leider von selbst. Ich sang - wenn überhaupt - im Auto oder beim Kochen. Die Gründung einer eigenen Familie sorgte immerhin dafür, dass ich wieder „fit“ im Singen von Kinderliedern war.

Irgendwann bemerkte ich, dass mir etwas fehlte. Nicht, dass ich Langeweile gehabt hätte – bei drei Kindern, „Haus und Hof“ sowie einer 3/4-Teilzeitstelle kam ich jahrelang nicht dazu, über mich selbst nachzudenken. Und doch schlich sie sich langsam wieder zurück in mein Unterbewusstsein – die Sehnsucht nach der Musik.

So besann ich mich zunächst zurück auf die Geige und nahm Privatstunden. Ich machte Fortschritte und freute mich sehr darüber. Nach einem Dienstunfall im Jahr 2019 verlor ich leider wesentliche Teile meines Gehörs auf dem linken Ohr. Ich konnte die feinen Nuancen der Töne des Geigenspiels nicht mehr differenzieren und gab frustriert auf. Immerhin trat kurze Zeit später meine jüngste Tochter in den Jugendchor „Quer-Beat“ ein.
 
Und dann geschah es – Weihnachten 2022, Lutherkirche Dortmund-Hörde: der gemeinsame Auftritt der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenchöre zum Weihnachtskonzert unter der Leitung von Margitta Grunwald. Die Lieder waren wundervoll, die Stimmung in der Kirche zauberhaft, und beim Lied „You raise me up“, gesungen von Tenor Robin Grunwald, zusammen mit „TonSpuren“, war es um mich geschehen. Im Januar 2023 meldete ich mich als Projektsängerin bei Margitta Grunwald.
 
Vielleicht ist es die viel beschriebene Sehnsucht nach Gemeinschaftserlebnissen, die durch dieses Hobby zufriedengestellt wird: nicht nur das Singen selbst, auch der Austausch, das Planen von Projekten, der leichte „Gruppenzwang“, der anspornt, sich auf wöchentliche Proben vorzubereiten, die Aussicht auf gemeinsame Chor-Fahrten und Fotoshootings … es gibt so viel Schönes, das in einem Chor geschieht und die Mitglieder zusammenschweißt.

Vielleicht ist es auch die Aufregung, der Nervenkitzel vor dem Auftritt, das Bewusstsein, als Gruppe etwas Wunderschönes zu bewirken, das die Seele der Zuhörer berührt und den Menschen eine Auszeit vom stressigen Alltag beschert. Was immer es ist – es macht glücklich. Und darum freue ich mich, ein Teil dieses Chors zu sein.
                                                
                                                 

Wie ich zu den TonSpuren kam

von Karuna Knauf

Eigentlich suchten mein Mann und ich letztes Jahr nach einem Chor für unsere Tochter. Also beschlossen wir, als Familie zum Adventskonzert in der Lutherkirche in Hörde zu gehen, um die Weihnachtsstimmung zu genießen und den Jugendchor Quer-Beat zu erleben. Was dieser Chor uns darbot, war wunderschön, aber als die Jungen Vokalisten und die TonSpuren auftraten, war es um mich geschehen. Besonders “Pat-a-Pan” riss mich komplett mit, und die Freude der TonSpuren war so ansteckend, dass die Frage, warum ICH nicht einem Chor beitreten könnte, immer lauter in meinem Kopf wurde. Mir wurde klar: Da möchte ich unbedingt dabei sein!

Zwei Wochen lang schlichen sich erstmal tausend verkopfte Gründe ein, warum ich nicht Teil der TonSpuren sein könnte: die Chorproben gehen bis 21:30 Uhr, das passt nicht in meinen Rhythmus; der Dienstag ist beruflich besonders anstrengend, da möchte ich mich doch abends nur noch aufs Sofa fläzen … Schließlich setzte sich mein Herz durch und ich kontaktierte Margitta. Seit Januar 2023 gehöre ich nun dazu, was mich sehr glücklich und dankbar macht.

Unsere Kinder sind 8 und 10 Jahre alt und brauchen nicht mehr so viel Betreuung. Also konnte ich endlich den Wunsch verwirklichen, wieder selber einem Hobby nachzugehen. Ich habe vor der Geburt unserer Kinder im Lehrerchor an meiner Schule gesungen, was mir großen Spaß gemacht hat, aber leider gibt es diesen Chor mittlerweile nicht mehr. Daher habe ich schon eine Weile nach einem neuen Chor gesucht und war begeistert, als ich die TonSpuren entdeckte.

Dort wurde ich von der ersten Chorprobe an sehr herzlich empfangen. Anke und Uta stellten sich neben mich, um mir beim Einstieg zu helfen, und Christian erklärte mir, wie die Nextcloud funktioniert, wo die von Margitta eingespielten Audiodateien unserer Stücke für das häusliche Üben hinterlegt sind. Die Atmosphäre ist freundlich und hilfsbereit und der Chor an sich bereichert mein Leben. Oft komme ich müde und ausgelaugt von einem anstrengenden Tag zur Probe, verlasse sie dann aber zwei Stunden später, beschwingt, energetisiert und viel besser gelaunt als vorher.

In letzter Zeit betont Margitta häufiger, dass viele Sopran-Anfragen kommen, die sie ablehnt, weil wir im Sopran gut aufgestellt sind. Wie froh bin ich, dass ich noch einen Platz als Sopran bekommen habe!

Was eigentlich für unsere Tochter vor einem Jahr gedacht war, ist nun für mich genau das Richtige. Unsere Tochter hat mittlerweile Gitarrenunterricht und ist mit ihrem musikalischen Hobby ebenfalls zufrieden.

Besonders freue ich mich dieses Jahr auf das Weihnachtskonzert, weil "Pat-a-Pan" wieder Teil des Programms ist und ich es mitsingen darf.